ALLGEMEINE POCKET BILLARD
REGELN
3.1 Tisch, Kugeln, Ausrüstung
3.2 Aufbau der Kugeln
3.3 Das Stoßen der Weißen
3.4 Nichtversenken einer Kugel
3.5 Das Ausstoßen
3.6 Eröffnungsstoß
3.7 Die Weiße beim Eröffnungsstoß
3.8 Ablenken der Weißen beim Eröffnungsstoß
3.9 Freie Lageverbesserung im Kopffeld
3.10 Versenkte Kugeln
3.11 Position einer Kugel
3.12 Fuß auf dem Boden
3.13 Stoßen, während sich noch eine Kugel bewegt
3.14 Beendigung des Stoßes
3.15 Definition der Kopflinie
3.16 Generelle Regel, alle Fouls
3.17 Kein Kontakt mit einer Farbigen
3.18 Korrekter Stoß
3.19 Versenken der Weißen
3.20 Fouls durch das Berühren von Kugeln
3.21 Foul während der Lageverbesserung
3.22 Fouls durch Durchstoßen
3.23 Druckstoß-Fouls
3.24 Fouls in der Verantwortlichkeit des Spielers
3.25 Unkorrektes Abheben von Kugeln
3.26 Jump Shots
3.27 Kugeln, die vom Tisch springen
3.28 Besondere Strafe für absichtliche Fouls
3.29 Ein-Foul-Grenze
3.30 Kugeln, die sich plötzlich bewegen
3.31 Wiedereinsetzen der Kugeln
3.32 Eingeklemmte Kugeln
3.33 Zusätzlich versenkte Kugeln
3.34 Störung von außerhalb
3.35 Anstoßrecht nacheinander folgender Spiele
3.36 Spiel in Aufnahmen
3.37 Farbige press an der Bande oder an der Weißen
3.38 Spielen aus dem Kopffeld
3.39 Foul mit der Weißen
3.40 Störung
3.41 Hilfsmittel
3.42 Unkorrektes Markieren
3.0 ALLGEMEINE POCKET-BILLIARD-REGELN
Diese allgemeinen Regeln
beziehen sich auf alle Pocket-Billiard-Spiele, außer es ist in den speziellen
Spielregeln von einzelnen Spielarten anders vermerkt.
3.1 Tisch, Kugeln, Ausrüstung
Alle in dieser Regel
beschriebenen Spiele sind für Tische, Kugeln und Ausrüstung geschaffen, die
den
Standard der WPA-Equipment-Specifications erreichen.
Kommentar: Für europäische Turniere gelten die EPBF-Spezifikationen entsprechend.
3.2 Aufbau der Kugeln
Beim Aufbau der Kugeln muß
ein Dreieck benutzt werden. Die vorderste Kugel muß genau auf dem
Fußpunkt liegen. Alle anderen Kugeln müssen hinter der vordersten Kugel
aufgereiht und so
aneinander gelegt werden, daß Sie sich berühren.
3.3 Das Stoßen der Weißen
Um einen Stoß korrekt
auszuführen ist es notwendig, daß die Weiße nur mit der Pomeranze Kontakt
hat. Sollte diese Bedingung nicht erfüllt werden, liegt ein Foul vor.
3.4 Nichtversenken einer Kugel
Gelingt es einem Spieler
nicht, mit einem korrekten Stoß eine Kugel zu versenken, so ist seine
Aufnahme vorbei und der Gegner ist am Tisch.
3.5 Das Ausstoßen
(1) Um zu bestimmen, welcher Spieler das Recht des ersten Anstoßes erhält, wird wie folgt verfahren:
a) beide Spieler haben
Kugeln von gleicher Größe und Gewicht zu verwenden (vorzugsweise zwei
Weiße, ansonsten volle Farbige).
b) mit freier
Lageverbesserung im Kopffeld spielen beide Spieler ihre Kugel an die Fußbande
und
zurück an das Kopfende des Tisches, der eine links vom Kopfpunkt, der andere
rechts davon.
c) der Spieler, dessen
Kugel am nächsten an der innersten Kante der Kopfbande zum Liegen kommt,
gewinnt das Ausstoßen.
(2) Das Ausspielen ist automatisch verloren, wenn
a) die Kugel in die Spielhälfte des Gegners läuft
b) die Kugel die Fußbande nicht berührt
c) die Kugel versenkt wird
d) die Kugel vom Tisch springt
e) die Kugel eine der Längsbanden berührt
f) die Kugel so in einer
Ecktasche liegen bleibt, daß Sie hinter der Nase der Kopfbande zum Liegen
kommt
g) die Kugel die Fußbande mehr als einmal berührt.
(3) Begehen beide Spieler
einen Fehler oder kann der Schiedsrichter nicht genau bestimmen, welche
Kugel näher an der Bande liegt, so gilt das Ausstoßen als unentschieden und
muß wiederholt werden.
Kommentar:
Spielt ein Spieler seine Kugel, so muß der Gegner seinen Stoß ausgeführt
haben, bevor
die Kugel des Spielers die Fußbande anläuft, um ein gleichzeitiges Ausstoßen
zu gewährleisten. Ist dies
nicht der Fall, und der Schiedsrichter meint, daß der Gegner später gestoßen
hat, um sich einen Vorteil
zu verschaffen, so muß das Ausstoßen wiederholt werden.)
3.6 Eröffnungsstoß
Der Eröffnungsstoß wird
entweder durch Ausstoßen oder Auslosen bestimmt. (Das Ausstoßverfahren
ist erforderlich für Turniere und andere offizielle Wettbewerbe). Der Spieler,
der das Ausstoßen oder
das Auslosen gewinnt, hat die Wahl, den Eröffnungsstoß selbst auszuführen
oder seinen Gegner dies
tun zu lassen.
Hinweis:
Gem. 1.6 der Regel hat die DBU von ihrem administrativen Ermessen Gebrauch
gemacht und
festgelegt, daß das Ausstoßverfahren zwingend durchzuführen ist.
3.7 Die Weiße beim Eröffnungsstoß
Beim Eröffnungsstoß hat
der Spieler Lageverbesserung im Kopffeld. Die farbigen Kugeln sind
entsprechend der zu spielenden Spielart aufgebaut. Das Spiel wird als eröffnet
angesehen, sobald die
Weiße mit der Pomeranze gestoßen wurde und über die Kopflinie hinausgelaufen
ist.
Kommentar: Siehe auch Regel 3.39
3.8 Ablenken der Weißen beim Eröffnungsstoß
(1) Wird beim Anstoß die
Weiße nach dem Verlassen des Kopffeldes und vor dem Treffen der Farbigen,
abgelenkt oder aufgehalten, liegt ein Foul vor.
(2) Der Gegner kann Lageverbesserung aus dem Kopffeld spielen oder den anderen Spieler dies tun lassen.
Kommentar: Ausnahme 9-Ball, siehe Regel 5.3: Lageverbesserung auf dem ganzen Tisch.
(3) Der Spieler ist darauf
hinzuweisen, daß ein zweiter solcher Vorfall während der Partie den Verlust
der Partie bedeutet.
Kommentar: Siehe Regel 3.28.
3.9 Freie Lageverbesserung im Kopffeld
(1) Bei bestimmten
Spielarten erfolgt eine Lageverbesserung im Kopffeld für den Gegner, wenn der
Spieler die Weiße in eine Tasche laufen läßt.
(2) Der aufnahmeberechtigte
Spieler kann dann die Weiße beliebig im Kopffeld frei plazieren. Er kann
auf jede beliebige farbige Kugel spielen, solange diese mit ihrem Mittelpunkt
auf der Kopflinie oder
darüber hinaus im Spielfeld liegt.
Er darf keine Kugel
anspielen, deren Mittelpunkt sich im Kopffeld befindet, es sei denn, daß er
zuerst
die Weiße aus dem Kopffeld herausspielt und diese dann aufgrund des Kontaktes
mit einer Bande
wieder in das Kopffeld läuft und die sich dort befindliche farbige Kugel
trifft. Der Mittelpunkt einer Kugel
(der Punkt, der die Spielfläche berührt) bestimmt, ob eine Kugel im oder
außerhalb des Kopffeldes liegt.
(3) Falls der
aufnahmeberechtigte Spieler die Weiße ungewollt außerhalb des Kopfeldes
plaziert, so
muß sein Gegner oder der Schiedsrichter ihn vor dem Stoß darüber informieren.
Informiert der Gegner den Spieler vor dem Stoß nicht über das unkorrekte
Einsetzen der Weißen, so gilt
der Stoß als korrekt.
Wird der Spieler über das unkorrekte Einsetzen der Weißen informiert, so muß
er deren Lage
korrigieren.
(4) Falls ein Spieler die
Weiße ganz und offensichtlich außerhalb des Kopffeldes plaziert und dann
stößt, so gilt dies als Foul. Dabei ist unerheblich, ob die Feststellung durch
den Gegner oder der
Schiedsrichter erfolgt.
(5) Hat ein Spieler freie
Lageverbesserung im Kopffeld, so ist die Weiße erst dann wieder im Spiel,
wenn der Spieler die Weiße mit der Pomeranze aus dem Kopffeld herausspielt. Die
Weiße darf mit Hilfe
der Hand, des Queues etc. verlegt werden.
(6) Sobald die Weiße
jedoch einmal gemäß oben genannter Definition im Spiel ist, darf der Spieler
Sie
nicht mehr anderweitig beeinflussen. Verstößt der Spieler gegen diese
Bestimmung begeht er ein Foul.
Kommentar: Siehe auch Regel 3.38 und 3.39
3.10 Versenkte Kugeln
Eine Kugel wird als
versenkt angesehen, wenn Sie als Resultat eines korrekten Stoßes von der
Spielfläche in eine Tasche fällt und dort verbleibt.
Kommentar:
Eine Kugel, die aus einem Kugelrücklaufsystem eines Tisches fällt, ist als
versenkt
anzusehen. Eine Kugel, die aus einer Tasche auf den Tisch zurückspringt, ist
nicht als versenkt
anzusehen. Siehe auch Regel 3.19.
3.11 Position einer Kugel
Die Position einer Kugel wird danach bestimmt, wo sich ihr Mittelpunkt befindet.
3.12 Fuß auf dem Boden
Hat der Spieler zur Zeit
des Stoßes nicht mindestens einen Fuß auf dem Boden, begeht er ein Foul. Die
Fußbekleidung muß in Bezug auf Größe, Form und Art dem Normalen entsprechen.
3.13 Stoßen, während sich noch eine Kugel bewegt
Stößt ein Spieler,
während sich noch eine farbige Kugel oder die Weiße bewegt (eine sich drehende
Kugel ist in Bewegung), begeht er ein Foul.
3.14 Beendigung des Stoßes
Ein Stoß gilt als beendet
und kann gewertet werden, wenn alle Kugeln zur Ruhe gekommen sind. Eine
sich drehende Kugel ist in Bewegung.
Kommentar:
Das bedeutet, daß am Ende eines Spiels die Weiße und alle anderen Kugeln zur
Ruhe
gekommen sein müssen.
3.15 Definition der Kopflinie
(1) Die Kopflinie ist kein Bestandteil des Kopffeldes.
(2) Eine Kugel ist
spielbar, wenn Sie sich mit ihrem Mittelpunkt auf der Kopflinie befindet und die
spezielle Spielregel es verlangt, daß nur Kugeln gespielt werden dürfen, die
außerhalb des Kopffeldes
liegen.
(3) Ebenso muß die Weiße,
wen Sie im Kopffeld frei verlegt werden darf, hinter der Kopflinie liegen. Sie
darf nicht direkt auf ihr liegen.
3.16 Generelle Regel, alle Fouls
Obwohl die Bestrafungen für Fouls von Spielart zu Spielart variieren, gelten folgende Regeln für alle
Fouls:
a) die Aufnahme des Spielers ist beendet
b) bei einem vorherigen
Stoß zählen alle mit Fouls versenkten Kugeln nicht zur Wertung für den
Spieler
und der Stoß ist ungültig
c) sämtliche mit Foul
versenkte Kugeln werden nur dann wieder aufgebaut, wenn die speziellen
Spielregeln dies verlangen.
3.17 Kein Kontakt mit einer Farbigen
Berührt die Weiße eine
unkorrekte farbige Kugel als erste, liegt ein Foul vor. Das Wegspielen von einer
Kugel ist nicht als Treffen derselben anzusehen.
Kommentar:
Ausnahme: Push-out im 9-Ball. Es ist erlaubt, beliebig viele Banden anzuspielen,
bevor
die korrekte Farbige getroffen wird.
3.18 Korrekter Stoß
(1) Ein Spieler muß die Weiße gegen eine farbige Kugel spielen und infolgedessen muß dann
a) eine farbige Kugel versenkt werden oder
b) die Weiße oder eine
farbige Kugel gegen eine Bande laufen, es sei denn, eine spezielle Spielart
bestimmt dies anders.
(2) Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, so liegt ein Foul vor.
Kommentar:
Ausnahme: Push-out im 9-Ball. Es ist erlaubt, beliebig viele Banden anzuspielen,
bevor
die korrekte Farbige getroffen wird.
3.19 Versenken der Weißen
(1) Wird die Weiße infolge eines Stoßes in eine Tasche gespielt, so liegt ein Foul vor.
(2) Berührt die Weiße eine bereits versenkte Kugel (z.B. wenn eine Tasche voll ist), so liegt ein Foul vor.
3.20 Fouls durch das Berühren von Kugeln
(1) Zur Ausführung eines
korrekten Stoßes, darf die Weiße mit der sich an der Queuespitze befestigten
Pomeranze berührt werden.
(2) Werden die sich im
Spiel befindliche Weiße oder die farbigen Kugeln mit etwas anderem (Körper,
Kleidung, Kreide, Queuehilfe, Queuespitze etc.) gestoßen, berührt oder bewegt,
liegt ein Foul vor.
(3) Immer, wenn ein
Schiedsrichter eine Partie überwacht, muß jede bewegte farbige Kugel in ihrer
neuen Position verbleiben und der Gegner hat nicht das Recht, diese wieder
zurücklegen zu lassen.
Kommentar: Beachte Regel 1.16
3.21 Foul während der
Lageverbesserung
Wird eine farbige Kugel während der Lageverbesserung berührt, liegt ein Foul
vor.
3.22 Fouls durch Durchstoßen
(1) Berührt die Weiße die
betreffende farbige Kugel vor der Ausführung des Stoßes, so kann der Spieler
in Richtung der Farbigen stoßen, vorausgesetzt, daß er mit seinem Queue
stößt und nicht schiebt.
(2) Berührt das Queue die
Weiße mehr als einmal während des Stoßes oder wenn das Queue noch
Kontakt mit der Weißen hat, während oder nachdem die Farbige getroffen wurde,
so liegt ein Foul vor
(siehe Regel 2.20, um diese Art Stoß zu beurteilen).
(3) Falls eine dritte Kugel
in der Nähe ist, so sollte vorsichtig vorgegangen werden, um mit dieser Kugel
kein Foul gemäß des ersten Teils dieser Regel zu begehen.
Kommentar: "Kontakt" im Sinne dieser Regel bedeutet neuen Kontakt.)
3.23 Druckstoß-Fouls
Wird die Weiße mit der
Pomeranze geschoben und hat länger Kontakt mit ihr als ein entsprechender
Stoß, so liegt ein Foul vor. (Diese Stöße werden üblicherweise Druckstöße
genannt.)
3.24 Fouls in der Verantwortlichkeit des Spielers
(1) Der Spieler trägt die
Verantwortung für Kreide, Queuehilfe, Queueschleifer und jegliche anderen
mitgebrachten Gegenstände oder Ausrüstungsgegenstände, die er benutzt oder am
Tisch verwendet.
(2) Läßt der Spieler ein
Stück Kreide fallen oder bricht ihm der Kopf des Hilfsqueues ab und berührt er
damit irgendeine sich im Spiel befindliche Kugel (oder, wenn ohne Schiedsrichter
gespielt wird, nur die
Weiße), so liegt ein Foul vor.
Kommentar:
Siehe auch Regel 1.16.1.
Hinweis: Die Regel 1.16.1 findet in Europa keine Anwendung.
3.25 Unkorrektes Abheben von Kugeln
Trifft ein Spieler die
Weiße absichtlich unterhalb der Mitte mit dem Ziel, sie springen zu lassen um
eine
versperrte Kugel zu spielen, liegt ein Foul vor. Diese Situation kann
versehentlich auftreten und ist dann
nicht als Foul zu werten. Berührt z.B. das Ferrul oder die Spitze die Weiße
während eines solchen
Stoßes, liegt ein Foul vor.
Kommentar:
Wird eine Kugel über die Bande gespielt, so liegt kein Foul vor, wenn die Kugel
nach dem
Anlaufen der Bande zurückspringt, wenn ansonsten ein korrekter Stoß
ausgeführt wurde.
3.26 Jump Shots
Soweit es in speziellen
Spielregeln nicht ausdrücklich untersagt ist, kann die Weiße durch Anheben des
Queues so gestoßen werden, daß Sie von der Spielfläche abhebt und springt.
Jegliches Abrutschen
während eines solchen "Jump-shots" ist als Foul zu werten.
3.27 Kugeln, die vom Tisch springen
(1) Kugeln, die nach dem
Stoß außerhalb der Spielfläche zur Ruhe kommen (z.B. auf der Bande, auf
der Tischkante, auf dem Boden etc.), werden als vom Tisch gesprungene Kugeln
angesehen.
(2) Kugeln können auf den
Tisch oder die Banden springen und werden nicht als vom Tisch
gesprungene Kugeln angesehen, wen Sie aus eigener Kraft auf die Spielfläche
zurückkehren und dabei
nichts berührt haben, was nicht zum Tisch gehört.
(3) Der Tisch besteht aus
den Teilen, die fest mit ihm verbunden sind. (Kugeln, die etwas berühre, das
nicht zum Tisch gehört, z.B. Lampen, Kreide auf der Tischkante und den Banden
etc., werden auch
dann als vom Tisch gesprungene Kugeln gewertet, wenn Sie aus eigener Kraft nach
Kontakt mit diesen
Dingen auf die Spielfläche zurückkehren.)
(4) In allen
Pocket-Billiard-Spielarten liegt ein Foul vor, wenn der Stoß zur Folge hat,
daß die Weiße
oder eine farbige Kugel vom Tisch springt.
(5) Die vom Tisch
gesprungenen farbigen Kugeln werden wieder aufgebaut (außer im 9-Ball), nachdem
alle anderen Kugeln aufgehört haben, sich zu bewegen. Für das Wiedereinsetzen
der Weißen siehe die
speziellen Spielregeln der Spielarten.
3.28 Besondere Strafe für absichtliche Fouls
(1) Die sich im Spiel
befindliche Weiße darf mit nichts anderem (z.B. Ferrul, Spitze etc.) als der am
Queue befestigten Pomeranze bewegt werden.
(2) Während ein solcher
Kontakt automatisch gemäß Regel 3.19 als Foul zu werten ist, kann der
Schiedsrichter, wenn er glaubt, daß die Berührung absichtlich erfolgt ist, den
Spieler einmal pro Partie
warnen, daß eine zweite solche Berührung zum Spielverlust führt.
(3) Tritt eine zweite dieser absichtlichen Berührungen auf, so ist die Partie beendet.
Kommentar:
Der Abbruch der Partie sollte nach Rücksprache mit dem Turnierleiter geschehen.
Hinweis: Im Spielbetrieb der DBU ist folgendes zu beachten: Partie bedeutet das
Match
(Einzelbegegnung auch im Mannschaftswettbewerb), selbst wenn auf mehrere Sätze
gespielt wird.
3.29 Ein-Foul-Grenze
(1) Ein Spieler kann pro
Aufnahme nur ein Foul begehen, es sei denn, daß spezielle Spielregeln dies
anders vorschreiben.
(2) Falls verschiedene
Strafen angewandt werden können, so bestimmt die schwerste der angedrohten
Strafen, welches Foul gewertet wird.
3.30 Kugeln, die sich plötzlich bewegen
(1) Wenn sich eine Kugel
auf der Stelle bewegt, dreht oder auf sonst eine Art und Weise "selbst
bewegt", so bleibt die Kugel in der Position, die Sie einnimmt und das
Spiel geht weiter.
(2) Eine nah am Loch
liegende Kugel, die "von allein" in das Loch fällt, nachdem Sie für
mindestens 5
Sekunden ruhig lag, wird so nah wie möglich wieder an ihre ursprüngliche
Position gelegt und das Spiel
geht weiter.
(3) Falls eine farbige
Kugel "von allein" in ein Loch fällt, während ein Spieler auf Sie
spielt und die
Weiße über den Punkt, an dem die Farbige lag, hinausläuft und Sie nicht
treffen kann, so werden beide
Kugeln, Farbige und Weiße, wieder in die Position gelegt, die Sie vor dem Stoß
hatten und der Spieler
muß den Stoß neu ausführen. Jegliche anderen farbigen Kugeln, die im
Zusammenhang mit diesem
Stoß bewegt wurden, müssen wieder in ihre ursprüngliche Position gelegt
werden, bevor der Stoß neu
ausgeführt wird.
Kommentar: Siehe auch Regel 2.18 und 32.34
3.31 Wiedereinsetzen der Kugeln
(1) Falls spezielle
Spielregeln das Wiedereinsetzen von Kugeln verlangen, so werden diese nach
Beendigung des Stoßes auf der Längslinie aufgesetzt.
(2) Eine einzelne Kugel wird auf den Fußpunkt gesetzt.
(3) Falls mehrere Kugeln
wieder eingesetzt werden müssen, so werden diese auf der Längslinie in
aufsteigender numerischer Reihenfolge aufgebaut, wobei die erste Kugel auf den
Fußpunkt kommt und
die anderen dahinter in Richtung Fußbande (Abbildung1).

Abbildung 1
(4) Falls Kugeln auf oder
nahe des Fußpunktes oder der Längslinie das Aufbauen behindern, so werden
diese Kugeln auf der Längslinie so nah wie möglich am Fußpunkt aufgebaut,
ohne die sich bereits dort
befindlichen Kugeln zu bewegen.
(5) Wiedereingesetzte
Kugeln müssen so nah wie möglich oder press (nach Ermessen des
Schiedsrichters) an dort bereits liegende Kugeln gesetzt werden, ausgenommen die
Weiße stört den
Aufbau.
(6) Kugeln, die an der Weißen wieder eingesetzt werden, müssen so nah wie möglich, dürfen aber nicht press liegen.
(7) Sollte für
wiedereinzusetzende Kugeln nicht genügend Platz auf der Längslinie zwischen
dem
Fußpunkt und der Fußbande sein, so werden diese Kugeln auf der gedachten
"Verlängerung" der
Längslinie (zwischen Fußpunkt und Mittelpunkt) so nah wie möglich am
Fußpunkt wieder eingesetzt.
Dabei wird die gleiche numerische Reihenfolge eingehalten wie beim
Wiedereinsetzen hinter dem
Fußpunkt (Kugel mit der niedrigsten Zahl am nächsten zum Fußpunkt).
Kommentar:
Der Schiedsrichter sollte immer sein Bestes geben, um die Kugeln so press wie
möglich
an andere Farbige aufzubauen.
3.32 Eingeklemmte Kugeln
(1) Falls zwei oder mehrere
Kugeln in der Tasche auf eine Art und Weise eingeklemmt sind, daß eine
oder mehrere in der Luft hängen, so soll der Schiedsrichter die Position der
Kugeln prüfen und wie folgt
verfahren:
a) die Kugeln sollen direkt von oben angeschaut werden
b) jede Kugel, die seiner
Meinung nach auf geradem Weg nach unten in das Loch fallen würde, ist als
gefallen anzusehen.
c) jede Kugel, die seiner Meinung nach auf die Tischplatte fallen würde, ist als nicht gefallen anzusehen.
(2) Die Kugeln werden dann
gemäß der Einschätzung des Schiedsrichters aufgebaut und das Spiel wird
gemäß der speziellen Spielregel fortgeführt, so als ob die Situation der
einge-klemmten Kugeln gar nicht
aufgetreten wäre.
3.33 Zusätzlich versenkte Kugeln
Führt ein Spieler einen
korrekten, zur Wertung zählenden Stoß durch, durch den eine oder mehrere
Farbige zusätzlich zu der angesagten, beabsichtigten oder berechtigten Kugel
oder Kugeln fallen, so
werden diese zusätzlichen Kugeln nach den Regeln des jeweiligen Spiels
gezählt.
3.34 Störung von außerhalb
(1) Falls Kugeln während
des Spiels von einem unbeteiligten Dritten bewegt werden (oder ein Spieler so
angerempelt wird, daß dies das Spiel direkt beeinflußt), so werden die Kugeln
direkt nach der Störung
so nah wie möglich an ihre ursprüngliche Position gelegt und das Spiel wird
fortgeführt, ohne daß der
Spieler eine Strafe erhält.
(2) Wird das Spiel
geleitet, so setzt der Schiedsrichter die Kugeln wieder ein. Diese Regelung
bezieht
sich auch auf die Störung durch "höhere Gewalt", wie z.B. Erdbeben,
Hurricane, Herunterfallen der
Tischlampe, Stromausfall etc..
(3) Können die Kugeln
nicht in ihre ursprüngliche Lage zurückgelegt werden, so wird das Spiel neu
begonnen. Es stößt der Spieler neu an, der auch ursprünglich angestoßen hat.
(4) Regel 3.34 (3) bezieht
sich nicht auf 14/1-endlos, wo das Spiel aus aufeinanderfolgenden Brettern
besteht. Das derzeitige Brett wird abgebrochen und ein komplettes neues Dreieck
wird aufgebaut und
die Anforderungen des Eröffnungsstoßes müssen erfüllt werden. (Die Spieler
stoßen neu aus.) Die
Punktewertung wird mit dem Ergebnis weitergeführt, wie es zur Zeit der Störung
war.
3.35 Anstoßrecht nacheinander folgender Spiele
(1) In einer Partie, bei
der sogenannte "schnelle Spiele" (z.B. 9-Ball, 8-Ball etc.) gespielt
werden,
beginnt der Sieger eines Spiels das nächste Spiel.
(2) Folgende
Alternativmöglichkeiten können jedoch vor dem Turnier von den
Turnieroffiziellen
bekanntgegeben werden:
a) die Spieler eröffnen abwechselnd
b) der Verlierer beginnt
c) der nach Punkten führende Spieler beginnt.
Kommentar:
Ausnahme: 8-Ball; siehe Regel 4.4
Hinweis: Gem. 1.6 der Regel hat die DBU von ihrem administrativen Ermessen
Gebrauch gemacht und
festgelegt: Näheres regelt das Sportprogramm. Das Anstoßrecht kann abgegeben
werden.
3.36 Spiel in Aufnahmen
(1) Während eines Spiels wechseln sich die Spieler mit ihren Aufnahmen am Tisch ab.
(2) Eine Aufnahme ist
beendet, wenn es einem Spieler entweder nicht gelingt, korrekt eine Kugel zu
versenken oder wenn er ein Foul begeht.
(3) Wird eine Aufnahme ohne
Foul beendet, so muß der dann aufnahmeberechtigte Spieler die Position
der Kugeln so akzeptieren, wie er Sie vorfindet.
3.37 Farbige press an der Bande oder an der Weißen
(1) Diese Regel bezieht
sich auf jeden Stoß, bei dem der erste Kontakt der Weißen mit einer Farbigen
erfolgt, die press an einer Bande oder an der Weißen selbst liegt.
Nachdem die Weiße die press liegende Farbige berührt, muß entweder
a) eine Kugel versenkt werden
b) die Weiße eine Bande anlaufen
c) die Farbige eine Bande anlaufen (und nicht nur von der Bande abprallen, an der Sie liegt) oder
d) eine andere Farbige eine Bande anlaufen, an der Sie nicht schon press gelegen hat.
(2) Nichterfüllen von
zumindest einer dieser vier Bedingungen ist ein Foul. (Beachte: 14/1 und andere
spezielle Regeln verlangen zusätzliche Bedingungen und Voraussetzungen bei
dieser Regel; siehe
spezielle Spielregel.)
(3) Eine Farbige wird solange nicht als press an der Bande liegend angesehen, bis Sie vor dem Stoß
untersucht und dies entweder vom Schiedsrichter oder von einem der Spieler angekündigt wird.
Kommentar:
Wenn eine pressliegende Kugel an dieselbe Bande zurückläuft, nachdem Sie eine
andere
Farbige berührt hat,so liegt kein Foul vor.
3.38 Spielen aus dem Kopffeld
(1) Spielt ein Spieler
Lageverbesserung aus dem Kopffeld, so muß er die Weiße erst aus dem Kopffeld
herausspielen, bevor Sie entweder eine Bande oder eine farbige Kugel berührt.
(2) Erfüllt der Spieler
diese Bedingungen nicht, so begeht er ein Foul, falls das Spiel von einem
Schiedsrichter geleitet wird.Wird ohne Schiedsrichter gespielt, kann der Gegner
entweder ein Foul
gelten lassen oder den Spieler den Stoß in der ursprünglichen Form wiederholen
lassen (wobei dann
kein Foul gewertet würde).
(3) Als Ausnahme von der
Regel gilt und ein korrekter Stoß liegt vor, wenn eine Farbige auf der
Kopflinie oder außerhalb des Kopffeldes liegt (und somit spielbar ist), sie
aber so nah an der Kopflinie
liegt, daß die Weiße sie berührt, bevor sie das Kopffeld verlassen hat.
(4) Wenn während ein
Spieler bei Lageverbesserung im Kopffeld einen erlaubten Stoß versucht, die
Weiße aus Versehen eine Kugel im Kopffeld direkt trifft und sie (die Weiße)
dann aus dem Kopffeld
herausläuft, so liegt ein Foul vor.
(5) Spielt der Spieler bei
der Lageverbesserung im Kopffeld aus Versehen eine farbige Kugel an, so hat
der Gegner die Wahl, entweder ein Foul gelten zu lassen und freie
Lageverbesserung zu erhalten oder
den Spieler den Stoß in der ursprünglichen Form wiederholen zu lassen.
Kommentar:
In diesem Fall hat der Gegner kein Foul zu Buche stehen. Diese Situation kann
nur im
14/1 entstehen, nachdem die Weiße versenkt oder vom Tisch gespielt wurde und
nach dem
Eröffnungsstoß im 8-Ball.
(6) Falls ein Spieler unter
den gleichen Bedingungen absichtlich Kugeln im Kopffeld bewegt, so handelt
es sich um unsportliches Verhalten.
Kommentar: Siehe auch Regel 3.9 und 3.39.
3.39 Foul mit der Weißen
Während der
Lageverbesserung mit der Weißen kann der Spieler seine Hand oder jeden
beliebigen Teil
des Queues (inklusive der Pomeranze) benutzen, um die Weiße zu positionieren.
Sobald die Weiße in
Position liegt, ist jede Stoßbewegung, bei der die Weiße berührt wird, ein
Foul, wenn es sich dabei um
einen unkorrekten Stoß handelt.
Kommentar: Siehe auch Regel 3.0 und 3.38.
3.40 Störung
(1) Lenkt der sich nicht am
Tisch befindliche Spieler den Gegner in seinem Spiel ab oder stört er ihn, so
liegt ein Foul vor.
(2) Ein Spieler, der,
obwohl er nicht an der Aufnahme ist, stößt oder irgendwelche Kugeln bewegt,
hat
eine Störung verursacht.
Kommentar:
Falls ein Spieler ein Foul im Sinne der Regel 3.40 begeht, so ist dies als
unsportliches
Verhalten zu werten.
3.41 Hilfsmittel
(1) Es ist den Spielern
untersagt, eine Kugel, das Dreieck oder irgendein anderes Meßinstrument zu
benutzen, um nachzumessen, ob die Weiße oder eine Farbige durch einen
Zwischenraum etc. hindurch paßt.
(2) Das Queue darf zur
Messung benutzt werden, solange der Spieler es in der Hand behält.
Andernfalls begeht er ein Foul und macht sich des unsportlichen Verhaltens
schuldig.
Kommentar:
Siehe auch Regel 1.3, 1.4 und 2.15. Es ist erlaubt, das Queue und das Hilfsqueue
auf
dem Tisch liegen zu lassen, solange diese nicht zum Zielen benutzt werden.
Hierüber entscheidet der
Schiedsrichter.
3.42 Unkorrektes Markieren
Wenn ein Spieler
absichtlich den Tisch irgendwie markiert, um die Ausführung eines Stoßes zu
unterstützen, sei es durch Anfeuchten des Tuches, durch Plazieren der Kreide
auf der Bande oder
sonstwie, so gilt dies als Foul. Bewegt der Spieler die Markierung vor dem Stoß
weg, so erfolgt keine
Strafe.
Stand 06,2003 Andy's Billard, 6410 Goldau